Akku-Fibel
Akkus sind aus dem heutigen modernen und schnelllebigen
Alltag kaum noch wegzudenken. Fast unbemerkt leisten sie ihren täglichen
Energiebeitrag in elektrischen Zahnbürsten und Rasierapparaten, in
Notebooks und Camcordern. Besonders im Bereich der Telefonie verleihen sie
unserer mobilen Generation größtmögliche Unabhängigkeit. Kein Wunder, dass
wir uns kaum um sie kümmern und sie meist sorglos behandeln.
Doch es
lohnt sich, mehr über diese nützlichen Energiespeicher zu wissen, wenn man
so optimale Leistung bei verlängerter Lebensdauer erzielen kann. Wie Ihr
Akku funktioniert und wie Sie ihn am besten behandeln, lesen Sie in dieser
Broschüre von SANYO Energy, einem der Weltmarktführer in der Herstellung
und Entwicklung innovativster Akku-Packs und Batterien.
Akku-Technologie
1. Was ist ein Akku?
Akku ist die Kurzform von Akkumulator und bedeutet Sammler.
Der Akku besteht meist aus mehreren Zellen, die die Fähigkeit haben,
elektrische Energie zu speichern und vvieder abzugeben. Diese Zellen
werden oft auch als Sekundärzellen bezeichnet. Der Begriff "Batterie`
kommt aus dem Französischen und wird für eine Ansammlung gleicher
Elemente verwendet. Im deutschen Sprachgebrauch werden dagegen meist nicht
aufladbare Primärzellen Batterien genannt.
Akkus und auch Batterien
sind galvanische Elemente. Ein galvanisches Element besteht aus einem
Behälter, in dem sich zwei Elektroden aus unterschiedlichen chemischen
Substanzen befinden. Diese positiven und negativen Elektroden werden
voneinander durch den Separator isoliert, um einen Kurzschluss zu
verhindern. Damit jetzt eine elektrochemische Reaktion stattfinden kann,
wird der Separator mit einer elektrisch leitenden Flüssigkeit, dem
Elektrolyten, getränkt. Als Elektrolyten werden meist Laugen, anorganische
Säuren oder Salzlösungen eingesetzt.
Die meisten verbreiteten
Rundzellen werden in Wickeltechnik hergestellt. Die positive und die
negative Elektrode werden - getrennt durch den Separator - in Streifen
übereinander gelegt und aufgewickelt. Dünne Elektroden ermöglichen eine
besonders große Oberfläche. Die Zelle ist im Wesentlichen durch ihre
Spannung und durch ihre Kapazität gekennzeichnet. Die Spannung wird durch
die gewählten Elektrodenmaterialien fest vorgegeben, die Kapazität durch
die Menge der aktiven Masse (der Elektroden).
Grundbegriffe
1 . Spannung U [V]
Die Einzelzelle besitzt, entsprechend ihrer Technologie,
eine definierte Spannung. Dieser Wert ergibt sich aus der
Potenzialdifferenz zwischen den Elektroden. Sie wird in Volt (V) gemessen.
Die Angabe erfolgt meist als Nennspannung, typische oder auch
Nominalspannung (nom.).
Eine voll geladene NiCd-/NiMH-Zelle erreicht
eine Spannung von über 1,4 V; wenn sie leer ist, hat sie eine Spannung von
ca. 1,0 V oder weniger.
Dies ist z. B. der Fall bei NiCd-/NiMH-Zellen
mit einer Nominalspannung von 1,2 V und bei Li-Ion-Zellen mit einer
Nominalspannung von 3,7 V.
Durch eine Serienschaltung von Zellen wird
die Spannung erhöht.
Zum Beispiel ergeben acht Zellen (NiCd) in Serie
eine Nominalspannung von 9,6 V für diesen Akku-Pack. Die Kapazität des
Packs wird dadurch nicht erhöht.
2. Strom 1 [A]
Schließt man einen Verbraucher an die Zellen, wird der
Stromkreis geschlossen, und es fließt Strom. Die Stromstärke ist abhängig
von dem Verbraucher, der anliegt (der Last), und vom Innenwiderstand der
Batterie.
3. Kapazität C [Ah]
Diese Angabe bezeichnet die Menge der elektrischen Ladung,
die in dieser Zelle gespeichert werden kann. Die Kapazität wird in
Amperestunden (Ah) oder auch Milliamperestunden (mAh) angegeben und
besagt, wie viel Strom der Zelle eine Stunde lang entnommen werden kann.
Die enthaltene Energiemenge fließt beim Entladen in Form von elektrischem
Strom aus der Zelle heraus. Dieses Produkt aus Strom (1) und Zeit, (t)
ergibt dann die Kapazität (C) der Zelle (C = 1 x t). Nicht immer
kannjedoch die gesamte in ihm gespeicherte Energie dem Akku entlockt
werden. Es spielen dabei viele Faktoren eine Rolle, wie Ladewirkungsgrad,
Temperatur, Entladestronn, Ladezustand, Entladeschlussspannung oder auch
das Alter der Zellen.
Nach Norm geht die Angabe der Kapazität von einem
konstanten Entladestrom von 0,2 C (fünfstündiger Entladestrom) bei
Raumtemperatur aus. Die Ladung erfolgt dafür mit einem geringen Ladestrom
von 0,1 C (Erklärung unten) in 14 bis 16 Stunden.
Hat eine Zelle z. B.
2 Ah, so liefert sie theoretisch folgende Energie:
1 Stunde lang 2 A
oder
10 Stunden lang 0,2 A oder auch
0,1 Stunden (= 6 Min.) lang 20
A
Durch eine Parallelschaltung von Zellen wird die Kapazität
erhöht.
Beispielsweise ergeben zwei Zellen (NiCd-Zellen, 2 Ah) in
Parallelschaltung 4 Ah für diesen Akku-Pack.
Die Spannung des
Akku-Packs wird dadurch nicht erhöht. Die Parallelschaltung ist technisch
schwer in Griff zu bekommen und wird daher kaum genutzt.
Der Begriff 'C-Rate' (neuerdings üblicherweise It) wird im
Zusammenhang mit Akkus häufig gebraucht. Damit kann man die Größe von
Ladeströmen und Entladeströmen unabhängig von der Kapazität der
verschiedenen Zellen angeben. Die jeweils fließenden Ströme werden in
Teilen oder in dem Vielfachen der C-Rate (11) angegeben.
Bei einer
2.000-mAh-Zelle würde z. B. die Angabe 3 C einen Strom von 6 A bedeuten (3
x 2.000 mA), die Angabe 0,1 C würde einen Strom von 200 mA bedeuten (0,1 x
2.000 mA).
4. Energie
das Produkt aus Spannung und Kapazität ergibt die Energie,
in Wattstunden gemessen. Je höher die gespeicherte Energie, desto mehr
Arbeit können Sie mit diesem AkkuGerät verrichten.
Ein
18-V-Akku-Pack (15 Zellen in Serie) mit einer 2,4-AhZelle hat ca. 43 Wh
(2,4 Ah x 1,2 V x 15 Zellen = 43 Wh).
5. Ladewirkungsgrad
Der Ladewirkungsgrad ist das Verhältnis zwischen
aufgewendeter und abgegebener Leistung. Er ist abhängig vom Zellentyp und
von den Ladebedingungen wie Ladetemperatur und Ladestronn. Die Fähigkeit
zur Ladungsaufnahme ist bei warmen Zellen niedriger als bei Zellen mit
Raumtemperatur. In der Praxis ist es nicht möglich, die gesamte bei der
Ladung aufgenommene Energie bei der Entladung wieder nutzbar zu machen.
Mit anderen Worten: Man muss mehr Energie zuführen, als der Akku dann
wieder abgeben kann.
6. Laden (NiCd-/NiMH-Zellen)
Die heute üblichen Akku-Geräte haben meist optimal
abgestimmte, mehr oder weniger intelligente Ladegeräte. Für den
Werkzeugbereich gibt es Schnellladegeräte.
Auf Einzelzellen-Niveau
geschieht beim Laden Folgendes: Bei hohen Laderaten erhöht sich am Ende
der Ladephase die Zellentemperatur. Dadurch steigt der Druck in der Zelle
an. Wird die Zelle weitergeladen (Überladung), entsteht dabei an der
positiven Elektrode vermehrt Sauerstoff. Dies hat einen weiteren
Temperatur- und Druckanstieg zur Folge.
Dieser Sauerstoff kann an der
negativen Elektrode absorbiert werden. Der Sauerstoffverzehr an der
negativen Elektrode wirkt aber begrenzt und kann sehr schnell zu einer
irreparablen Schädigung der Zelle führen. Durch den Druckanstieg kann sich
auch das Sicherheitsventil in der Zelle öffnen (Abblasen des
Gas-Elektrolyi-Gemischs). Ein Abblasen ist auch bei Ladung unter
Minustemperaturen zu beobachten, da sich dabei der Sauerstoffverzehr an
der negativen Elektrode verringert.
NiMH-Zellen sind empfindlicher
gegen Überladung als NiCcl-Zellen, die Mechanismen sind aber ähnlich.
7. Lademethode (NiCd-/NiMH-Zellen)
Akkus dürfen nur so lange geladen werden, bis sie voll
sind. Ein Überladen - abhängig von Dauer und Höhe des Stromes - kann den
Akku schädigen. Gute Ladegeräte besitzen daher eine Albschaltvorrichtung.
Man unterscheidet die folgenden
Lademethoden.
Normalladung:
Ladestrom ca. 0,1 C (12-14
Stunden Ladezeit) - Überladung relativ unkritisch
Beschleunigte Ladung:
Ladestrom ca. 0,2 C bis
0,5 C (3-6 Stunden Ladezeit) - Um Überladung zu verhindern mit Timer
abschalten
Schnellladung:
Ladestrom ca. 0,5 C bis 2 C
(1-3 Stunden Ladezeit) np> Um Überladung zu verhindern mit Tmer,
Temperatursensor oder -dV
abschalten
Erhaltungsladung:
Geringer Dauerladestrom nach
Vollladung, um Selbstentladung auszugleichen; wird manchmal auch als
Pulsladung ausgeführt z> Mennory-Effekt möglich durch Überladung
8. Ladeabschaltung
8.1 Timer
Oft wird ein Zeitschalter bei
Schnellladung als Sicherheitsabschaltung verwendet. Solch einen Tinner
findet man entweder als alleinige Abschaltfunktion oder in Kombination mit
anderen Abschaltmethoden.
8.2 Absolute Ternperaturabschaltung
Meist
wird die Temperatur über einen NTC (Widerstand mit einem negativen
Temperaturbeiwert) gemessen. Steigt sie z. B. auf 45 'C an, wird die
Ladung abgeschaltet. Ein heißer AkkuPack muss erst abkühlen.
8.3 Relative Temperaturabschaltung
Hier wird
über den NTC der Temperaturanstieg der Zelle gemessen und die Ladung bei
z.B. 1 'C/Min. abgeschaltet.
8.4 Minus-Delta-U-Verfahren (-dU, -dV)
Damit wird
die Spannung der Zelle präzise gemessen. Gegen Ende des Ladevorganges
steigt die Spannung der Zellen in einer typischen Kurve an. \Nenn der Akku
voll ist, fällt die Spannung durch die Temperaturerhöhung leicht ab.
Diesen Spannungsrückgang erkennt das Ladegerät (z. B. -10 mV/Zelle) und
schaltet sich ab.
8.5 Peak-Sensor
Damit wird ebenfalls
die Spannung der Zelle beim Laden gemessen. Der Ladevorgang wird exakt bei
100%iger Ladung der Zelle gestoppt.
9. Innenwiderstand R [Ohm]
Während der Entladung des Akkus nimmt die Akku-Spannung
kontinuierlich ab. Verantwortlich dafür ist u. a. der innere Widerstand
der Zelle, der keine konstante Größe darstellt, sondern sich bei Entladung
oder auch nach Alterung der Zelle verändert. Weitere Faktoren sind
Temperatur und Größe der Zelle. Ist der Innenwiderstand bei einer 'frisch"
aufgeladenen kalten Zelle relativ klein, so erhöht er sich bei Entladung
zusehends. Damit verbunden ist auch eine Erwärmung der Zellen bei
Entladung. Je größer der Innenwiderstand wird, umso mehr Spannung fällt
intern ab und umso weniger Spannung erhält man an den Klemmen der Zelle.
Daher kann man auch bei entladenen Zellen im Leerlauf (kein Stromfluss)
noch eine Spannung von ca. 1,2 V nnessen. Diese Spannung würde aber unter
Last am Innenwiderstand der Zelle abfallen und an den Klemmen
"zusammenbrechen".
10. Selbstentladung
Eine Selbstentladung ist die unerwünschte Form der
Entladung.
Aufgrund elektrochemischer Ausgleichsvorgänge wird die
gespeicherte Energiemenge verringert. Dieser Vorgang wird bei höherer
Lagertemperatur noch verstärkt. Dies ist aber nicht der berühmte
Memory-Effekt, denn nach der Ladung steht die volle Kapazität wieder zur
Verfügung.
11. Tiefentladung
Bei der Tiefentladung eines Akku-Packs (d. h. Entladen
unter 0,8 V/Zelle) kann sich die Polarität einer Zelle umkehren. Im Lauf
der Zeit (zyklisches Laden/Entladen) oder auch durch Kapazitätsstreuung
bei der Zellenherstellung bilden sich unterschiedliche Kapazitäten der
einzelnen Zellen im Pack. Mit anderen Worten: Die schwächere Zelle im
Akku-Pack erreicht die Entladeschlussspannung früher als die anderen
Zellen. Darauf folgt eine Tefentladung für diese Zelle, und somit besteht
die Möglichkeit einer
Umpolung. Diese Polaritätsumkehr wird noch
forciert, wenn man bei Akkus ständig versucht, Strom zu entnehmen, obwohl
sie eigentlich leer sind. Es empfiehlt sich daher immer bei längerem
Nichtbenutzen, die Akkus von dem Gerät zu trennen.
12. Memory-Effekt
Unter dem Memory-Effekt versteht man das Phänomen,
dass ein NiCd-/NiMH-Akku bei falscher Handhabung "unbrauchbar"
wird.
Technisch gesehen wird die Energie der Zelle durch Überladen und
Teilentladungen mit anschließender Wiederaufladung verringert. An den
Elektroden entstehen dadurch chemische Verbindungen, die ein 'normales"
Entladen des Akkus nicht mehr zulassen. Spürbar wird dies daran, dass der
Akku weniger Entladespannung liefert und ein angeschlossenes Gerät früher
als nötig abschaltet. Diese Erscheinung ist temporär und kann durch
Entladen bis zur Entladeschlussspannung (ca. 1,0 V/Zelle) und ein paar
komplette Zyklen wieder aufgehoben werden.
Einige Ladegeräte besitzen
dafür eine Entladefunktion. Im Gerät selbst kann man diesen Effekt
vermeiden, wenn man das Gerät so lange betreibt, bis dieses nicht mehr
genügend Spannung liefert. Ein Akku-Schrauber z. B, sollte hin und wieder
genutzt werden, bis der Motor stehen bleibt, dann besteht nicht die Gefahr
des Mernory-Effektes.
13. Lagerung
Die Akkus sollten in trockenen Räumen gelagert werden. Die
Temperatur, speziell bei längerer Lagerung, sollte nicht 30 2C
überschreiten. NiCd-/NiMH-Akkus können im geladenen sowie im ungeladenen
Zustand gelagert werden. Nach längerer Lagerung sollte man ca. fünf Zyklen
(5 x Laden/Entladen) fahren, um wieder die volle Leistungsfähigkeit der
Zellen zu erreichen.
14. Entsorgung
Verbrauchte Batterien bzw. Akkus gehören nicht in den Müll,
sondern müssen vorschriftsmäßig entsorgt werden (deutsche
Batterieverordnung). Batterien bzw. Akkus enthalten chemische Substanzen,
die zum Teil umweltschädlich sind. Daher verbrauchte Batterien bzw. Akkus
in den dafür bereitgestellten Sammelbehälter werfen. Nur dann ist
sichergestellt, dass sie einen ordnungsgemäßen Recyclingprozess
durchlaufen.
Das Einsammeln, Sortieren und Recyceln von Batterien wird
von den Herstellern finanziert und ist für den Verbraucher kostenlos. Die
wertvollen Rohstoffe Cadmium, Nickel-Stahl sowie die Bestandteile von
NiMH- und Lithiumzellen werden heute überall wiederverwendet.
15. Funktion und Aufbau des Akkus
15.1 Nickel-Cadruium-Zelle (NiCd)
Die aktiven Komponenten eines NiCcl-Akkus im geladenen
Zustand bestehen aus Nickelhydroxid NOOH) in der positiven Elektrode und
Cadmium (Cd) in der negativen Elektrode. Für den Elektrolyten wird meist
Kaliiauge (Kaliumhydroxid) verwendet.
Sinterzellen sind aufgrund des
geringen Innenwiderstandes und der sehr guten Stromableitung (aufwendiges
chemisch-physikalisches Verfahren für die Elektrodenproduktion) extrem
hoch belastbar und schnell aufladbar. Sie sind kältefest bis -20 'C. Die
Wahl des Separators (Nylon oder Polypropylen) und des Elektrolyten (KOH,
UOH, NaOH) sind ebenfalls von ausschlaggebender Bedeutung.
Diese
Komponenten beeinflussen die Spannungslage bei Hochstromentladung, die
Lebensdauer und Überladefähigkeit der Zelle. Bei Fehlbehandlung kann
schnell sehr hoher Druck entstehen, Daher benötigen Zellen ein
Sicherheitsventil. Federventile (bei allen SANYO-Rundzellen) sind
eindeutig besser als Gummiventile, da sie auch nach mehrmaligem Öffnen
noch zuverlässig schließen.
NiCd-Zellen besitzen eine lange Lebensdauer
(je nach Anwendung und Ladegerät bis zu 2,000 Zyklen) und sorgen für eine
hohe Wirtschaftlichkeit.
15.2 Nickel-Metall-Hyclrid-Zelle
(NiMH)
Die aktiven Komponenten eines NiMH-Akkus im geladenen
Zustand bestehen aus Nickelhydroxid NOOH) in der positiven Elektrode und
einer Wasserstoff speichernden Meialllegierung (MH) in der negativen
Elektrode sowie einem alkalischen Elektrolyten.
Der Vorteil gegenüber
NiCd-Akkus ist die höhere Energiedichte pro Volumen und Gewicht. Das
Ersetzen von Cadmium (Schwermetall) wird meist für ein positives Image
genutzt, bringt aber bei der heutigen Recyclingsituation keine
nachhaltigen Vorteile. Bei vielen Anwendungen haben die NiMH-Akkus die
NiCd-Akkus bereits ersetzt.
Die Nachteile sind höhere Empfindlichkeit
gegen Überladung, höherer Innenwiderstand, kürzere Lebensdauer, größere
Temperaturabhängigkeit und deutlich höhere Kosten.
15.3
Lithium-lon-Zelle (Li-lon)/Lithium-Polyrner-Zelle (Li-Polymer)
Die
aktiven Komponenten eines Lithium-lon-Akkus im geladenen Zustand bestehen
aus Lithium-Cobalidioxid (IL1C002) in der positiven Elektrode und Graphit
in der negativen Elektrode. Li-lon-Zellen erreichen bei Vollladung eine
Spannung von ca. 4,2 V. Aufgrund der dann entstehenden Elektrolyse
(Zersetzung in Sauerstoff und Wasserstoff) von Wasser darf kein wässriger
Elektrolyt verwendet werden.
Die Leitfähigkeit des Elektrolyten ist
nicht so gut wie bei NiCd-/NiMH-Zellen. Es werden daher organische
Lösungsmittel und Leitsalze verwendet. Sie haben einen höheren
Innenwiderstand und eignen sich weniger für hohe Entladeströme. Außerdem
ist ihre Stromabgabe im niedrigen Temperaturbereich sehr stark
eingeschränkt.
Weiterhin sind bei Li-lon-Systemen elektronische
Sicherheitsabschaltungen nötig, sowie aufwendigere Ladesysteme. Die Kosten
sind dabei gegenüber NiCd-/NiMH-Zellen nicht unerheblich.
Der Vorteil
liegt in der hohen Energiedichte, bezogen auf Volumen und Gewicht. Durch
die höhere Spannung kann eine Li-lon-Zelle drei NiCd-/NiMH-Zellen
ersetzen.
Lithium-Polymer-Zellen haben einen ähnlichen chemischen
Aufbau. Der Unterschied zu einer Li-lon-Zelle besteht darin, dass der
Elektrolyt aus einem Gel und das Gehäuse aus Aluminiumfolie oder
metallisierten Kunststofffolien besteht. Rein theoretisch lassen sich
dadurch beliebige Formen herstellen.